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Magenballon

Thema: 

Der Magenballon kann einfach wie bei einer Magenspieglung durch das Schlucken eines Schlauchs eingesetzt werden. Im Vergleich zum Magenband, Magenbypass oder der Magenverkleinerung ist der Eingriff harmlos und man kann ohne Narkose und Operation am gleichen Tag wieder nach Hause gehen.

Die Wirkung des Magenballons

Der Magenballon füllt ein abgestimmtes Volumen im Magen aus, so dass weniger Nahrung im Magen Platz hat. Durch die Blockade im Magen kann Nahrung nur noch langsamer zugeführt werden. Dadurch stellt sich früher ein Sättigungsgefühl ein und man nimmt je nach BMI mindestens 20 Kilogramm in 6 Monaten ab.

Das Einsetzen des Magenballons

Vor dem Eingriff wird im Rahmen einer normalen Magenspiegelung der komplette Magen nach Auffälligkeiten untersucht. Man erhält vor der OP eine lokale Betäubung des Kehlbereichs und Muskel entspannende Medikamente, wie bei einer Magenspiegelung. Danach muss der Schlauch geschluckt werden und der silikonbasierte Magenballon wird auf ein bestimmtes Volumen mit einer sterilen, farbigen Kochsalz-Lösung gefüllt. Anschließend wird der Schlauch wieder herausgezogen und schwimmt dann in der Magensäure. Die Prozedur selbst dauert ca. 20 Minuten.

Keine Eignung für einen Magenballon

  • Keine Bereitschaft zur Umstellung des Essensgewohnheiten
  • Chirurgische Eingriffe am Magen
  • Schwangerschaft oder Stillen.
  • Schwere Nieren-, Leber- oder Lungenerkrankung
  • Steroide Therapie
  • Drogen- oder Alkoholabhängigkeit

Magenballon wieder entfernen

Nach spätestens 6 Monaten muss der Magenballon wieder entfernt werden. Dazu wird erneut ein Schlauch geschluckt und die Lösung über den Schlauch abgepumpt. Der Ballon wird so wieder ein Minimum reduziert und über den Schlauch  bzw. die Speiseröhre abgeführt. Nach dem Entfernen des Magenballons müssen die neuen Essensgewohnheiten eingehalten werden.

Magenballon und Ernährung

Mit einem Magenballon ist die Verdauung weniger effektiv und die Nahrungsaufnahme wird extrem verlangsamt. Man wird durch den Eingriff gezwungen sein Essverhalten entsprechend anzupassen.

Magenballon Kosten und Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen in einigen Fällen die Kosten für die Operation. Menschen mit einem BMI (Body-Mass-Index) von über 30 gelten als fettleibig. Fettleibigkeit oder Adipositas ist Ursache für viele gesundheitliche Einschränkungen. Ab einem BMI von 40 (Adipositas Typ 3) übernehmen die Krankenkasse meist die Kosten. Mit einem BMI darunter kommt es auf die besonderen Umstände des Einzelnen an:
- Gesundheitliche Situation (Zusatz- und Folgeerkrankungen)
- Psychische Verfassung
- Erfolglose Diäten oder Therapien zur Gewichtsreduktion

Der Magenbypass BMI

Der Body Mass Index bewertet Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Die Formel dazu lautet: Gewicht in Kilogramm geteilt durch (Größe in Metern hoch 2), also m/l² . Der BMI unterscheidet auch zwischen Frauen, Männern und dem Alter. Hier gibt es leichte Unterschiede zur Bewertung des BMI.

TypBMI
Stark untergewichtig16
Mässig untergewichtig16-17
Leicht untergewichtig17 - 18,5
Normales Gewicht18,5 - 25
Übergewichtig25 - 30
Fettleibig, Adipositas 130 - 35
Fettleibig, Adipositas 235 - 40
Fettleibig, Adipositas 340 +

Nach dem Magenballon

Die ersten 2 Wochen nimmt man nur flüssige Nahrung zu sich. Danach kann man auf Brei umsteigen. Nach 4 Wochen ist wieder feste Nahrung erlaubt. Der Gewichtsverlust des Magenballons ist leider oft kurzfristig und beschränkt auf die 6 Monate, in denen der Magenballon platziert ist. Wenn man sich jedoch sicher ist, die Essgewohnheiten nach dem Entfernen des Magenballon weiter zu behalten, kann man gleich einen Termin beim Plastischen Chirurgen zur Hautstraffung an allen Problemzonen vereinbaren. Das Entfernen der überschüssigen Hautlappen erfolgt dann im Rahmen mehrerer OPs. Hat man das alles überstanden, pflegt man seine Narben mit einer guten Narbencreme und freut sich auf sein ein Leben ohne den überschüssigen Pfunden.

Preis - Kosten in Euro: 

1500 - 4000

Fazit: 

Operationsart

Lokale Betäubung

Operationsdauer

20 Min Eingriff (Keine OP notwendig)

Pflege

Nach erfolgreichen Abnehmen braucht man ggf. einen Plastischen Chirurgen zur Hautstraffung.

Ergebnis

Der gesamte Prozess mit Vorbereitung, Abnehmen und Hautstraffung danach dauert mind. 1 - 2 Jahre

Arbeitsfähigkeit

Nach 1 Woche wg. Ernährungsumstellung

Risiken

  • Bei rein endoskopischer Eingriffen ist das Infektionsrisiko sehr gering
  • Häufiges Erbrechen
  • Übelkeit
  • JoJo Effekt mit Gewichtszunahme nach dem Entfernen des Magenballons nach 6 Monaten

Haltbarkeit

Meist nicht dauerhaft, da man nur 6 Monate in ein anderes Essverhalten gezwungen wird.

Krankenkasse

Ab einem BMI 40+ , wenn alle anderen Therapien gescheitert sind. Die persönlichen Umstände spielen immer eine Rolle bei der Entscheidung.

Ratgeber: 

Wenn der Magenballon durch äußere Einwirkung platzen sollte, erkennt man dies beim Wasserlassen. Der Urin hat eine deutlich erkennbare Farbe, die ursprünglich der Kochsalzlösung im Magenballon beigemischt wurde. Der Magenballon sollte dann in der Regel natürlich ausgeschieden werden. Trotzdem sollte zur Sicherheit immer sofort ein Arzt konsultiert werden.

Vor dem Eingriff:

Diszipliniertes Essen üben

Umstellung der Essensgewohnheiten üben

 

Nach der Operation:

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen bei Bedarf verwenden

4 Wochen nur flüssige Nahrung ohne Kohlensäure oder Brei

Keine Nahrungsmittel, die aufquellen oder sich ausdehnen

Getränke mit Kohlensäure vermeiden

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Kommentare

Donnerstag, November 24, 2016 - 10:00
Anastaniel-40

Hallo zusammen,

ich habe durch die Bauchdeckenstraffung 1,7 Kilo Gewicht verloren. Das Gewicht bezieht sich aber nur auf die Haut, die durch die Bauchdeckenstraffung entfernt wurde. Das darunterliegende Fett habe ich nach einer Magenballon OP verloren und zwar insgesamt 54 Kilo! Danach hatte ich wirklich schlimme Haut, die überall runterhing und dann mit der Hautstraffung am Körper gestrafft wurde.

Also der Gewichtsverlust alleine durch die Baustraffung ist sehr gering ...
LG Anastaniel

Anzahl an Kommentaren: 7
Montag, März 31, 2014 - 00:18
sunrise

Kann ich nur unterstreichen! Ich hab auch den Fehler gemacht, die erste Stellungsnahme für die Krankenkasse nicht richtig zu formulieren. Dann hab ich noch ein knappes Jahr mit der Krankenkasse rumgestritten und schliesslich aufgegeben. Das ist mittlerweile 1,5 Jahre her. Mittlerweile denk ich wieder öfter an die OP und spare schon mal vor :( ...
Ganz viel Glück bei den Verhandlungen!
sunrise

Anzahl an Kommentaren: 8
Donnerstag, Januar 12, 2017 - 18:01
Holly_2001

Hallo zusammen,

mach Euch deswegen keinen Kopf! Das Gewicht kann innerhalb von ein paar Tagen immer schwanken. Dafür gibt es neben deiner Bauchstraffung noch viele andere Faktoren, so dass man das eh erst nach ein paar Wochen bzw. Monaten zuverlässig beurteilen kann.

Da gibts Wassereinlagerungen, die der Körper aufgrund von verschiedensten Umständen durchführt:
- wenig Bewegung
- Viel Sport kann kurzfristig auch Wasser binden, aber nach einer OP ist das ja unwahrscheinlich.
- Hormone
- Die Blase und der Darm bindet viel Wasser

Am besten einmal wöchentlich nach an einem Wochentag, der immer ähnlich verläuft nach einem Toilettengang messen :)

Viele Grüße
Holly

Anzahl an Kommentaren: 7
Donnerstag, April 3, 2014 - 21:45
sunny77

Hi Bernd,

ich hatte bis vor 6 Wochen noch einen Bauchnabel, der sich wegen eines Nabelbruchs richtig rauswölbte. Das habe ich dann operieren lassen und sieht jetzt richtig gut aus. Der Bauchnabel ist zwar nicht richtig tief, nur 3-4mm, aber das ist natürlich super im Vergleich zu vorher.

Die OP war ganz unkompliziert ambulant in einer Praxisklinik mit Vollnarkose. Wenn der Knubbel am Bauch stört, einfach wegmachen lassen. Danach kann man sich auch wieder im Bikini zeigen :)

LG sunny

Anzahl an Kommentaren: 1
Freitag, Januar 22, 2016 - 15:49
Serenus-34

Hallo,

ich verstehe, dass die Krankenkassen keine unnötigen OPs oder Eingriffe finanzieren. Aber ich kenne auch eine Ausnahme, in denen einen Operation, auch wenn Sie pyhsisch medizinisch nicht notwendig ist, dennoch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt wird. Wenn man als in einem Umfeld lebt, z.B. beruflich als Schauspieler und der Druck zu besserem Aussehen hoch ist, kann das auch psychisch schwer belasten.

Die Belastung kann so hoch sein, dass manchmal eine unmittelbare Gefahr für die Person besteht. Z.B. wenn der Schauspieler an keinen Castings mehr teilnimmt, sich immer mehr zurückzieht und isoliert. Dann kann so ein Fall von einem Psychologen auch als medizinisch notwendig festgestellt werden. In dem Fall würde dann die Krankenkasse die OP übernehmen.

Liebe Grüße
Seri

Anzahl an Kommentaren: 8