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Magenband

Thema: 

Das Magenband Prinzip. Mit einem Magenband wird die Nahrungsaufnahme deutlich verlangsamt und man wird dadurch gezwungen, sein Essverhalten entsprechend anzupassen. Das Magenband ist die OP mit dem höchsten Risiko, wenn es um das Abnehmen geht. Zum einen die Risiken der OP im Bauchraum und  andererseits die Gefahr von Gewebeschäden oder einem Magenwand-Durchbruch, während das Band im Einsatz ist.

Die Magenband OP

Die Operation wird meist unter Vollnarkose mit mehreren kleinen Schnitten in der Bauchdecke durchgeführt. Durch die kleinen Öffnungen in der Bauchdecke wird das Band eingebracht und fixiert. Danach wird der Ausgang für den Schlauch gelegt und nach  2 bis 3 Stunden ist die OP zu Ende. In wenigen Fällen ist es nötig einen Schnitt am Bauch durchzuführen, so dass sich die Operationsdauer dann auch entsprechend verlängert. Magenband OPs werden nicht von Plastischen Chirurgen durchgeführt, sondern von Allgemein-Chirurgen. Der Plastische Chirurg sorgt nach der Therapie dafür, dass die überflüssige Haut und das Fettgewebe entfernt wird, oftmals sind dafür mehrere OPs über einen Zeitraum von Monaten notwendig.

Wie funktioniert das Magenband

Das Magenband ist ein flexibler Schlauch aus Silikon, der den oberen Teil des Magens umfasst und in einem Zugang am Bauch mündet. Der Zugang dient dazu, Kochsalzlösung in den Schlauch zu pumpen und somit den Durchmesser des Magenbandes zu verkleinern, so dass nur noch kleine Stückchen oder Flüssigkeit in den Magen gelangen können. Über den Mechanismus kann die Nahrungsaufnahme ganz individuell an die aktuelle Situation des Patienten angepasst werden. Nachteil bei der Methode ist, dass zuckerhaltige Limonade oder Süßspeisen wie Eis bzw. alles was flüssig oder breiähnlich ist, trotzdem schnell aufgenommen werden kann.

Magenband und Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten für die Operation. Menschen mit einem BMI (Body-Mass-Index) von über 30 gelten als fettleibig. Fettleibigkeit oder Adipositas ist Ursache für viele gesundheitliche Einschränkungen. Ab einem BMI von 40 (Adipositas Typ 3) übernehmen die Krankenkasse meist die Kosten. Mit einem BMI darunter kommt es auf die besonderen Umstände des Einzelnen an:
- Gesundheitliche Situation (Zusatz- und Folgeerkrankungen)
- Psychische Verfassung
- Erfolglose Diäten oder Therapien zur Gewichtsreduktion

Der Magenband BMI

Der Body Mass Index bewertet Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Die Formel dazu lautet: Gewicht in Kilogramm geteilt durch (Größe in Metern hoch 2), also m/l² . Der BMI unterscheidet auch zwischen Frauen, Männern und dem Alter. Hier gibt es leichte Unterschiede zur Bewertung des BMI.

TypBMI
Stark untergewichtig16
Mässig untergewichtig16-17
Leicht untergewichtig17 - 18,5
Normales Gewicht18,5 - 25
Übergewichtig25 - 30
Fettleibig, Adipositas 130 - 35
Fettleibig, Adipositas 235 - 40
Fettleibig, Adipositas 340 +

Das Magenband und der Jojo-Effekt

Die Gewichtsreduktion durch ein Magenband hält oftmals nur so lange, wie das Magenband getragen wird. Hat man nun über einen Zeitraum von einigen Monaten viel Gewicht verloren, bedeutet das nicht, dass die Fettzellen verschwunden sind. Diese sind dann nur nicht gefüllt. Ohne eine anschließende Bauchstraffung, bei der Haut und Fettzellen dauerhaft entfernt werden, ist das Ergebnis meist nicht nach Wunsch.

Der Abbau der Fettzellen zieht sich je nach Alter, Muskulatur, Stoffwechsel und Lebensumstände über Jahre hin. Genetisch gesehen ist das auch sinnvoll, um Zeiten mit Nahrungsmangel einfacher überbrücken zu können. Entzieht man dem Körper Nahrung und die Energiebilanz dreht sich um, dann leeren sich die Fettzellen nur, sind aber noch in voller Anzahl vorhanden. Wenn man nun nach ein paar Monaten Training oder Diät wieder in sein altes Schema zurückfällt füllen sich die Fettzellen wieder und einige neue kommen hinzu. So kommt es zum berüchtigten Jojo-Effekt, der am Ende oft mehr Gewicht auf die Waage bringt als vor der Diät.

Preis - Kosten in Euro: 

5000 - 6500

Fazit: 

Operationsart

Meist Vollnarkose

Operationsdauer

bis zu 3 Stunden

Schnittlänge

Mehrere kleine Schnitte

Pflege

Nach erfolgreichen Abnehmen braucht man meist einen Plastischen Chirurgen zur Hautstraffung.

Ergebnis

Der gesamte Prozess mit Vorbereitung, Abnehmen und Hautstraffung danach dauert mind. 1 - 2 Jahre

Arbeitsfähigkeit

Nach 1 bis 2 Wochen

Risiken

  • Infektionen, Nachblutungen
  • Sensibilitätsstörungen im operierten Bereich (verletzte Nerven)
  • Reißen der Muskelnähte (bei vermehrtem Husten)
  • bei rein endoskopischer Eingriffen ist das Infektionsrisiko sehr gering
  • Infektionen
  • Häufiges Erbrechen
  • Verletzung  der Speiseröhre
  • Gewebeschäden
  • Magenwand-Durchbruch
  • Verrutschen des Magenbandes
  • Ungewollte Verengung oder Verschluss des Magens
  • Silikonunverträglichkeit
  • Blutungen

Haltbarkeit

Das Magenband ist nur eine erzwungene Abnehmhilfe. Wer nicht willensstark ist muss das Magenband mehrere Jahre tragen, bis er dafür bereit ist.

Krankenkasse

Bei einem BMI von 30+ möglich. Ab 40+ wahrscheinlich. Die persönlichen Umstände spielen immer eine Rolle bei der Entscheidung.

Ratgeber: 

Aufgrund des hohen Risikos bei einer Magenband OP sollte man immer versuchen die Operation über die Krankenkasse finanzieren lassen. Sollten dann Komplikationen nach der OP auftreten, muss man diese nicht selbst nachfinanzieren. Das kann bei OPs im Bauchraum schnell sehr teuer werden.

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Kommentare

Donnerstag, November 24, 2016 - 10:00
Anastaniel-40

Hallo zusammen,

ich habe durch die Bauchdeckenstraffung 1,7 Kilo Gewicht verloren. Das Gewicht bezieht sich aber nur auf die Haut, die durch die Bauchdeckenstraffung entfernt wurde. Das darunterliegende Fett habe ich nach einer Magenballon OP verloren und zwar insgesamt 54 Kilo! Danach hatte ich wirklich schlimme Haut, die überall runterhing und dann mit der Hautstraffung am Körper gestrafft wurde.

Also der Gewichtsverlust alleine durch die Baustraffung ist sehr gering ...
LG Anastaniel

Anzahl an Kommentaren: 7
Freitag, April 21, 2017 - 21:11
DaliaBauer

Wenn ich das so lese ist die Bauchstraffung nicht dazu geeignet abzunehmen? Dann brauch ich zusätzlich noch eine Fettabsaugung, die dann wieder extra kostet? Wenn ich sehe, was das schon einzeln kostet, dann ist das ganz schön viel Geld für einen schlankeren Bauch.

Ich würde eigentlich gerne den Bereich mit der Schwangerschaftsnarbe straffen lassen. Bei dem Notkaiserschnitt haben die Ärzte in der Nacht nicht gerade auf eine schöne Narbe geachtet. Gleichzeitig möchte ich auch das hartknäckige Fett in dem Bereich an den Seiten los werden.

Hat eine von Euch Erfahrungen mit mit so einer OP?
GLG Dalia

Anzahl an Kommentaren: 7
Montag, März 31, 2014 - 00:18
sunrise

Kann ich nur unterstreichen! Ich hab auch den Fehler gemacht, die erste Stellungsnahme für die Krankenkasse nicht richtig zu formulieren. Dann hab ich noch ein knappes Jahr mit der Krankenkasse rumgestritten und schliesslich aufgegeben. Das ist mittlerweile 1,5 Jahre her. Mittlerweile denk ich wieder öfter an die OP und spare schon mal vor :( ...
Ganz viel Glück bei den Verhandlungen!
sunrise

Anzahl an Kommentaren: 8
Montag, Dezember 30, 2019 - 17:36
Marla-Mueller

Hi,
das war bei mir in den ersten Wochen ähnlich, aber das spielt keine Rolle, da bei mir durch die Bauchstraffung und die Fettabsaugung ähnlich zu Dir schon ziemlich viel Fett und Haut entfernt wurde. Die Kilos die durch die OP entfernt wurden kannst Du nicht mit den Kilos von Gewichtsschwankungen vergleichen, da die Fettzellen ja endgültig entfernt wurden und sich an den Stellen nicht so schnell wieder bilden können. Im Rahmen von Diäten verlierst Du in der Regel Fettzellen ja nicht innerhalb von Monaten sondern eher über mind. 1 Jahr, wenn man zwischendurch nicht sündigt.
Nach 3 Monaten war das Gewicht bei mir 5 Kilo unter dem Anfangsgewicht und jetzt nach über einem Jahr liegt mein Gewicht 24 Kilo unter dem Anfangsgewicht. Das liegt an dem Anfangserfolg durch die OP und einer FDH Umstellung die Monate danach :) Eine leichte Gewichtszunahme in den ersten Wochen heisst also nicht, dass die OP nicht erfolgreich war.
LG Marla

Anzahl an Kommentaren: 7
Donnerstag, Januar 12, 2017 - 18:01
Holly_2001

Hallo zusammen,

mach Euch deswegen keinen Kopf! Das Gewicht kann innerhalb von ein paar Tagen immer schwanken. Dafür gibt es neben deiner Bauchstraffung noch viele andere Faktoren, so dass man das eh erst nach ein paar Wochen bzw. Monaten zuverlässig beurteilen kann.

Da gibts Wassereinlagerungen, die der Körper aufgrund von verschiedensten Umständen durchführt:
- wenig Bewegung
- Viel Sport kann kurzfristig auch Wasser binden, aber nach einer OP ist das ja unwahrscheinlich.
- Hormone
- Die Blase und der Darm bindet viel Wasser

Am besten einmal wöchentlich nach an einem Wochentag, der immer ähnlich verläuft nach einem Toilettengang messen :)

Viele Grüße
Holly

Anzahl an Kommentaren: 7